Der zentrale Energiefluss


Anleitung für ein körperorientiertes Training in 4 Stufen zur Harmonisierung der systemeigenen Energie. Damit kann für die meisten Menschen eine tiefere spirituelle Entwicklung erst beginnen.

Wenn an einer bestimmten Stelle im Körper eine Über- bzw. Unterladung der Energie über eine längere Zeit vorherrscht, obgleich die Mobilisierung dieser Energiekonstellation für die Ausführung einer bestimmten Funktion - wie beispielsweise Verdauung - nicht mehr gebraucht wird, dann handelt es sich um ein energetisches Ungleichgewicht, um Spaltungen im System, die sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die emotionale und mentale Ebene beziehen. Sie sind dann der Beginn oder schon Ausdruck von Krankheit bzw. schon länger manifestierter chronischer Krankheitsverläufe.
Die Ursache solcher Störungen sind nicht körperlicher Art, er ist nur der Leidtragende, es sind vor allem unsere „Machenschaften“, da wir uns oft nicht auf das einstellen was möglich ist. Wir wollen mehr, was anderes, sind träge bzw. in Gewohnheiten verhaftet, wenn Aktivität anstünde und vieles mehr.
Gesundheit ist Ausdruck von Vitalität, Elan und Emotionalität – ein Sprühen vor Energie. Wir können einen gesunden Prozess an unserem Gesichtsausdruck, am Glanz unserer Augen, an unseren Bewegungen und vielem mehr erkennen. Ein Mensch, der gut gelaunt ist, bewegt sich völlig anders, als wenn er bedrückt ist.
Entwicklung und geistige Gesundheit im Allgemeinen erfordern die Möglichkeit, auf Energiereserven zurückgreifen zu können. Bei den oben erwähnten Spaltungen ist Energie gebunden, die uns dann nicht mehr zur Verfügung steht. Sie führt zu Gewebeverhärtung und Bildung von Anomalien jeglicher Art. Der Körper sollte nach getaner Arbeit / Sport seine größeren Ladungsunterschiede grundsätzlich immer wieder spontan auflösen können. Das kann er wegen unserer destruktiven mentalen Muster jedoch nicht mehr.


1) Körperarbeit

Siehe dazu die unten angeführten Bilder (d) und die Audioinstruktionen zur Körperarbeit (a) mit entsprechenden Zeitintervallen zur Ausführung der einzelnen Prozesseinheiten. Die Reihenfolge ist entsprechend der Nummerierung vorzunehmen.

Wenn möglich, solltest du regelmäßig trainieren – es sollte jedoch jeweils eine innere Bereitschaft vorhanden sein. Wenn du dazu mal keine Lust hast, dann verschiebe den Zeitpunkt.

Wenn bestimmte Positionen asymmetrisch abgebildet sind, dann empfehle ich, diese Prozesseinheit auch in der seitenvertauschten Position durchzuführen. Wenn du jedoch das Training etwas straffen willst, dann könntest du diese Optionen weglassen.

Die angegebenen Zeitangaben sind nicht dogmatisch zu verstehen, lass dich durchaus auch von deiner Intuition, die je nach Stimmung variieren kann, leiten.

Lenke deine Aufmerksamkeit auf das, was in deinem „Wahrnehmungsraum“ erscheint. Schicke deinen Atem gleichsam dort hin. Atme insgesamt stets etwas tiefer - in den Abbildungen und in der Audioinstruktion erinnere ich ab und zu daran. Wenn du die empfohlenen Prozesseinheiten durchführst, sind es überwiegend die angespannten Muskeln – sei ganz dort und denke nicht, dass es wegen der Anstrengung hoffentlich bald vorbei sein sollte. Nimm auch danach, also zwischen den einzelnen Positionen, den entspannten Zustand der Muskulatur ins Gewahrsein. Deine Präsenz / Aufmerksamkeit ist grundsätzlich wichtig. Die Arbeit darf nicht zur Routine werden, denn Müdigkeit und viele abschweifende Gedanken verhindern waches Dabeisein.

Die Trainingseinheiten sehen auf den Bildern statischer aus als sie es in Wirklichkeit sind. Immer, wenn wir an Extrempunkten / Wendepunkten sind, halten wir nicht einfach starr die Spannung, sondern tasten uns beim Ausatmen, zunehmend an die Grenze des für uns Möglichen heran, erhöhen dabei minimal den Druck / die Spannung / die Dehnung. Beim Einatmen – was nicht heißt, aus der momentanen Gesamtposition herausgehen - lassen wir minimal los, so dass ein dynamischer Prozess zustande kommen kann.

Gehe an deine Körpergrenze heran, überschreite sie jedoch nicht. Es soll anstrengend sein, der Anstrengungsschmerz sollte noch erträglich sein. Wenn jedoch die beanspruchten Muskeln Entzündungen aufweisen, dann bitte nicht bis an die Schmerzgrenze gehen, das Training dann evtl. bis zur Gesundung ganz aussetzen. Wenn du arthrosegefährdet bist, dann achte besonders auf die Verhinderung von Grenzüberschreitungen.

Das grenzwertige Arbeiten ist wichtig. Nur wenn wir ein bewusstes Chaosmoment zulassen, also bereit sind, in eine solche Region reinzugehen, kann die bewusste und zum großen Teil unbewusste Kontrolle, die letztlich für die Spaltung und damit auch für Krankheit verantwortlich ist, sich auflösen. Gewohnheiten im Allgemeinen sind Ausdruck unserer Einstellung zum Leben. Es sind die Konsequenzen mentaler Aspekte, die unsere Gefühlswelt und unsere Körperlichkeit bedingen und je nach entsprechender Konstellation unsere Krankheiten zementieren. Neuere Forschungen aus der Epigenetik zeigen, dass erhebliche biologische Veränderungen auf der genetischen Ebene durch Veränderung rigider Einstellungen zu bestimmten Lebenssituationen im Wechsel mit entsprechenden Umfeldbegebenheiten möglich sind. Zuversicht auf Heilung sollte dabei sehr wirkungsvoll sein. Ich denke weder Optimismus noch Pessimismus ist nötig, wir sollten in diesem Kontext aus gewollt mentalen Prozessen aussteigen.

Du wirst im Laufe der Übungstage bemerken, dass zunehmend ein Prozess in Gang kommt: Energie beginnt spürbar zu fließen, die Positionen sind zukünftig viel leichter einzunehmen und du hast das Empfinden, als ob Heilung (Selbst-) stattfinden würde. Es sind subtile Vibrationen und Strömungen. Die Energien beginnen sich in deinem System auf allen Ebnen zu harmonisieren, bzw. sie fließt dort hin, wo sie tatsächlich gebraucht wird - du fühlst dich frischer und lebendiger.


2) Scann Arbeit

Nach obiger Körperarbeit empfehle ich den folgenden Körperscann, den du mit Hilfe der u.a. Audioinstruktion unterstützen kannst:

Setze dich bitte auf einen bequemen Stuhl. Bringe nun deine Aufmerksamkeit nach unten zu den Zehen. Du scannst den ganzen Körper kontinuierlich „cm für cm“ langsam nach oben durch.
Besetze das Volumen der Zehen beider Füße mit Aufmerksamkeit, dann der Mittelfüße, der Fersen, der Fußgelenke, der Fesseln, der Schienbeine, der Waden, der Kniegelenke, der Oberschenkel, der Hüftgelenke, des Beckenbodens, des Steißbeins, des Beckens einschließlich des Kreuzbeins, des gesamten Unterbauchs, des mittleren und oberen Bauchs einschließlich der Lendenwirbel, des Brustkorbs mit den Brustwirbel, des Schultergürtels, der Schultergelenke, der Oberarme, der Ellbogengelenke, der Unterarme, der Handgelenke, der Handteller, der einzelnen Finger, des Halsansatzes, der Halswirbel, der Schädelbasis, des Unterkiefers, des Kiefergelenkes, des Rachenraumes, der Zunge, der Lippen, des Oberkiefers, des Gaumens, der Nasenhöhlen, der Nasennebenhöhlen, der Augen, des Gehörs, des Gehirns und schließlich des Scheitels.
Dann – wie mit einem Weitwinkelobjektiv – den Körper insgesamt, alle Ebenen einige Minuten gleichzeitig.
Ergänzend dazu empfehle ich, wenn noch ausreichende Motivation vorhanden, akzeptierend mit Dankbarkeit, in bestimmte Organsubsysteme "hineinzulächeln", mit dem Ausatmen jeweils koordiniert, eine von mir für diesen Kontext stark verkürzte Variante unter anderen, die Meister Mantak Chia im Zusammenhang mit der Erweckung heilender Energie postuliert. Nach ihm ist die Öffnung des Subsystems Lunge-Dickdarm die Nase. Lächle über die Nase mit dem unterstützenden Laut "SSSSS" (leise und ohne Stimmeinsatz) in diese beiden Organe mit dem Gefühl von Dankbarkeit, falls du dafür ausreichendes Bewusstsein über deren guter Dienste für dich hast;
dann wende dich in analoger Weise dem Organpaar Niere-Blase zu. Ihre Öffnung sind die Ohren und der dazugehörende Laut ist "O" (Wehen des Windes);
dann folgt das System Leber-Gallenblase mit der Öffnung Augen, ihr Laut ist "SCHHHH" (langsam und leise);
danach folgt das Organpaar Herz-Dünndarm mit der Öffnung Zunge, ihr Laut ist "HHOOO" (langsam und leise);
dann Milz-Magen-Bauchspeicheldrüse mit der Öffnung Mund/Lippen, ihr Laut ist "HHUUU" (spürbar in der Kehle, mach es intuitiv) und schließlich
das Subsystem „Dreifacher Erwärmer“-Herzschleimbeutel mit dem leisen Laut "HHIII", belächle hierbei den Kopf mit dem oberen Brustbereich, dann den unteren Brustbereich und danach den Unterleib mit Becken, Beine und Füße. Hierbei solltest du dir vorstellen, dass eine große Walze beim Ausatmen die Luft von Kopf beginnend bis zu den Füßen herauspresst.
Die "heilenden Laute" sollten für jedes Organpaar 3 - 6 x wiederholt werden. Lasst dich dabei wieder von deiner Intuition leiten.


3) Aktivierung von Energiezentren

Nach dem Körperscann erfolgt nun die Aktivierung bestimmter Energiezentren. Du kannst sie unterstützen mit der u.a. Audioinstruktion.

Fokussiere jeweils einige Minuten die Beckenbodenmitte, den Körperschwerpunkt, der sich kurz unterhalb des Nabels in der Körpermitte befindet, die Oberbauchmitte, die Brustkorbmitte, den Halsansatz, die Schädelmitte auf Höhe der Augenbrauen und den Scheitel.
Später fokussierst du solange die einzelnen Areale bis du sie spürst. Das geht dann mit zunehmendem Training immer schneller.
Bei mehr Training werden dann alle Energiezentren gleichzeitig in die Wahrnehmung miteinbezogen.


4) Innehalten

Die eigentlich spirituelle Erfahrung kann für die meisten Menschen jetzt erst beginnen. Die 3 oben dargestellten Stufen schaffen gewissermaßen die Voraussetzung dafür.
Für Menschen, die schon dauerhaft auf einem höheren Bewusstseinsniveau sind, ist das Durchlaufen der Stufen 1) bis 3) nicht notwendig, es sei denn im Sinne einer Auffrischung.

Zunächst eine kurze Einführung. Ent-identifiziere dich vom Denken. Gehe ins gegenwärtige Gewahrsein und nimm alle noch vorhandenen Formen / Inhalte wahr. Sei dir bewusst, dass du mit ihnen EINS bist - dies könnte dir am ehestens durch vollständiges Wahrnehmen der jeweiligen Form gelingen. Wenn kein Platz mehr für`s Denken, Reflektieren, Bewerten, Vergleichen und Rechtfertigen übrig bleibt, gelingt es. Zwischen Subjekt und Objekt gibt es dann keinen "Abstand" mehr, Beobachter und Das-zu-Beobachtende verschmelzen. Auf diesen Bewusstseinsprozess hin stellt sich dann Staunen und große Freude ein.
Solange Absichten (Zukunftsorientierung), ein sich Erinnern (in die Vergangenheit gehen) u.a. vielfache Motive, die zu den mentalen Verwicklungen gehören, aufrechterhalten werden, wird ein ganzheitlicher Prozess sehr behindert. All die meist uneingestandenen Vorgaben wie bspw., um jeden Preis schnell sein zu müssen, nicht zu kurz kommen zu dürfen, stets vorne mit dabei sein zu müssen, alles für sich behalten zu müssen, alles an andere weggeben zu müssen, alles analysieren und erklären zu müssen u.v.m. - s.a.u. die entsprechende Audioinstruktion.
Die Tatsache, dass alle Formen und Inhalte, einschließlich deines Körpers, vergänglich sind, führt nicht automatisch zur Präsenz des Themas Tod. Du musst diese Gegebenheit, wie alles andere auch, falls sie von sich aus hochkommt, weder wegschieben noch festhalten. Es sind Beispiele der oben beschriebenen Formen und Inhalte. Wenn Ängste, Trauer, Schmerz oder andere Gefühle, die i.d.R. die Konsequenz der mentalen Verstrickungen sind, hochkommen sollten, nimm sie vollständig ins Gewahrsein, will sie nicht weghaben oder sonst wie ändern und sie verschwinden von alleine, sie werden transformiert. Was bleibt und immer schon da war, ist die formlose Realität, das bist du, es ist deine wahre Identität und nicht die im Lauf deines Lebens von deinem Denken über deine Sozialisation und dgl. zusammengebastelte. Du bist universelles Bewusstsein. Wenn du in diesem zeitlosen Gewahrsein bist und diese Verbindung spürst, dann kommt Liebe auf. Dein System ist dann mit allem verbunden (S.u.a. die Aufsätze "Selbstgewahrsein" und "Schweigen" auf dieser Website).

Im Feld eines solchen Bewusstseins erfolgt Heilung. Neuere Forschungen aus der Epigenetik zeigen, dass sogar DNA-Veränderungen, also erhebliche biologische Veränderungen auf der genetischen Ebene, gezielt möglich sind.

Glaube mir nicht - experimentiere.

Sei dir bewusst, dass es ein hoher Anspruch ist, ohne externe Unterstützung, die eigenen mentalen Blockierungen zu erkennen. Falls es dir nicht gelingen sollte, trotz meiner schriftlichen und audioinstruktiven Anleitung, die destruktiven mentalen Muster hinter dir zu lassen, empfehle ich psychotherapeutische Hilfe zu beanspruchen.


Setz dich bitte aufrecht und ganz bequem auf eine Matte oder einen Stuhl und beginne ganz bewusst innezuhalten. Zur Unterstützung kannst du dabei die u.a. Audioninstruktion anhören.

Oswald Horn,
Altshausen, den 05./31. Mai 2020

(Der tiefere theoretische Hintergrund ist den weiteren Aufsaetzen und besonders dem Artikel PsychoEmoSomatik zu entnehmen.)


Hilfsmittel:

- a) Audioinstruktion zur Körperarbeit

- b) Audioinstruktion für die Scann Arbeit

- c) Audioinstruktion zur Aktivierung von Energiezentren

- d) Audioinstruktion zur Unterstützung des "Innehaltens"

Ihr Browser unterstützt kein HTML5 audio. Dann können hier die einzelnen Audiodateien heruntergeladen werden:
- a) Körperarbeit
- b) Scann Arbeit
- c) Aktivierung von Energiezentren
- d) Unterstützung des "Innehaltens"

- e) Abbildungen / Fotos zur Körperarbeit