Stressbewältigung – ein Weg zur Entschleunigung, um Burnout zu verhindern


Es handelt sich überwiegend um eine rezeptive Methode - um keine Psychotherapie im engeren Sinn.

Diese Therapieform wird in drei Schritten in der Gruppe angeboten. Sie ermöglicht die Wiederherstellung des seelisch-körperlichen Gleichgewichtes über An- und Entspannung und über eine anfänglich fremdgelenkte Selbstbeobachtung, die dann später in eine ungelenkte übergehen soll. Mit einer meditativen Phase endet das Training - wenn angezeigt - mit Musik unterstützt.
Diese Therapie bietet u. a. den Teilnehmern die Chance, die hinderlichen Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und aufzulösen. Auf diese Weise kann das System „Körper-Emotion-Geist“ zu mehr Offenheit, Spontanität und Kreativität gelangen. Es kann sich dann wieder auf seinen natürlichen Rhythmus, den es von Haus aus hat, das heil ist, einschwingen. Für Neulinge mag dies ungewohnt sein – erfordert Training, ist aber relativ einfach mitzumachen.

Die Teilnehmer werden zunächst zu einer expressiven Körperarbeit, bestehend aus speziellen Bewegungen und einem Innehalten in bestimmten Positionen, veranlasst. Die Aufmerksamkeit wird dabei auf dezidierte körperliche Regionen gelenkt. Diese spezielle Körperarbeit in Kombination mit bewusstem, etwas tieferem Atmen regt einen inneren Prozess an, der eine sog. Aufladung bewirkt, die u. a. unser momentanes Erleben in einem 1. Schritt verstärkt und es damit deutlicher macht. Körperliche Grenzen (Entzündungen, Arthrosen usw.) müssen dabei respektiert werden. Wir gehen zwar an die körperlichen Grenzen knapp heran, überschreiten sie jedoch keineswegs. Neben der Aufladung soll das gewohnte psycho-physische Gleichgewicht irritiert werden, um die Voraussetzung zu einer gesünderen Struktur zu schaffen.

In einem 2. Schritt richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die inneren Auffälligkeiten. Das, was auffällt, zeigt uns, so auch sog. Störungen, wo es „langgeht“. Diese Auffälligkeiten bestimmen Qualität und Quantität der Aufmerksamkeit. Diese Merkmale machen uns auf unsere Blockaden aufmerksam und bestimmen damit über Resonanzen den Prozess. Wir nehmen also nicht nur Probleme, Schönes oder Schmerzliches ins Gewahrsein, sondern den Prozess insgesamt im Sinne einer Prozessmeditation, wie ihn S. Sabetti in seinem LEP-Konzept entwickelt hat und was J. Krishnamurti mit dem Begriff der "vollständigen Wahrnehmung" meint, ohne zu analysieren und ohne zu schlussfolgern. Wir nehmen sowohl die Inhalte als auch die Inhaltslosigkeit, den leeren „Wahrnehmungsraum“ ins Gewahrsein.
Dieses Vorgehen muss geübt werden und sollte im Laufe des Trainings frei sein von jeglicher Bewertung, egal ob positiv oder negativ. Es sollte frei sein von Zurückweisung, Verhaftung und Vergleich jedweder Bewusstseinsinhalte. Wir werden dabei lernen, sich nicht mit bestimmten Bewusstseinsinhalten wie Gedanken, Emotionen oder dem Körper zu identifizieren. Absichts- und Motivlosigkeit sind angezeigt. Im Alltag sollten wir nur dann denken, wenn es angesagt ist, wenn wir es bewusst wollen und nicht ständig einem Gedankenkarussell verfallen, das wir nicht mehr stoppen können. Der gestresste Mensch erlebt sich oft wie im Hamsterrad. Anfänglich wird noch „ungedachtes Denken“ vorherrschen, das aber nach einer gewissen Trainingszeit aufhört.
Ziel ist es, auf der subjektiven Ebene die Dimensionen Ort und Zeit zu verlassen, so dass Stille – mit den Worten von J. Krishnamurti - in uns wirken kann.
Wenn der Betroffene noch nicht bereit ist, von seinen Wünschen, seinen Erwartungen und seinem Willen loszulassen, genügt es, im „inneren Beobachtungsraum“ dieses Verlangen absichtslos und bewusst wahrzunehmen und ebenso die daraus resultierenden Konsequenzen, nämlich den Druck, die Spannung, die Erregung, Unruhe u. v. m.. Dieses Vorgehen, einschließlich der Erfahrung zeigt, wie auch I. Shapiro, E. Tolle u. a. feststellen, dass wir mit diesem Bewusstsein das Nein in ein Ja umwandeln und damit den Druck in unserem System reduzieren.

Die Innenschau, eine meditative Phase, wird gegen Ende gelegentlich mit ausgewählter Musik unterstützt. Sie orientiert sich nach der aktuellen Gruppendynamik. In dieser Phase kann sich dieser Prozess zu einer neuen Struktur organisieren, zu einer Gesundheitsstruktur mit mehr psychophysischer Stabilität, die deutlich spürbar mehr Lebensfreude offenbart. Selbstheilungskräfte werden aktiviert und Zusammenhänge unserer destruktiven Muster können erkannt werden, wenn wir die Selbstmanipulationen unterlassen und tatsächlich orts- und gegenwartsbezogen sind. Für die meisten Teilnehmer ist immer wieder auf`s Neue überraschend zu beobachten, wie sich die Spannung im System löst.

Am Ende der Gruppe (3. Schritt) findet ein Erfahrungsaustausch statt. Der Leiter nutzt hier die Gelegenheit der verbalen Intervention, er kommentiert und korrigiert für die nächste Sitzung.

Nach der Gruppenzeit steht der Leiter für individuelle Kurzgespräche zur Verfügung. Wenn erforderlich, besteht hierbei die Möglichkeit, dem Betreffenden eine Psychotherapie zu empfehlen und ihn hierbei über erforderliche Schritte zu informieren.

Grundsätzlich wird eine Atmosphäre von Humor, Einfachheit und Leichtigkeit angestrebt, die der eleganten Lösung komplexer Prozesse dient.

Diese Therapieform wird von mir auf Wunsch interessierter Firmen, Behörden oder Institutionen wöchentlich mindestens einmal, ca. 1,5 Std., von der Gruppengröße abhängig, angeboten. Es handelt sich hierbei um eine sog. offene Gruppe. Die Teilnahme erfolgt über eine Teilnehmerliste, in die sich Interessierte mindestens 2 Tage vorher eintragen. Die Verbindlichkeit gilt nur für die jeweilige Gruppensitzung, jederzeit können in Absprache mit den Vorgesetzten andere Interessierte hinzukommen.


Für weitere Informationen nehmen Sie bitte mit mir Kontakt auf:

info(at)oswaldhorn.de

Dipl.-Ing. Dipl.-Psych. Oswald Horn