Die Paradoxie der Verwirklichung


Das Paradoxon der Verwirklichung am Beispiel „glücklich sein“.

Wir wollen glücklich sein, sind es jedoch nicht!
Wirklich glücklich kannst du nur sein, wenn du gegenwärtig bist.

Durch den Wunsch, etwas zu wollen, verhinderst du, glücklich zu sein.
Wenn du jedoch aufhören willst zu wollen, willst du ja schon wieder!

Jegliches Wollen katapultiert gleichsam Bewusstseinsenergie in die Zukunft. Die Zukunft ist jedoch keine Realität an sich, sondern nur eine Illusion. Sie ist eine mentale Projektion und von daher eine Schein-Realität.

Die Lösung besteht darin, das gegenwärtige „Unglücklich-sein“ total anzunehmen, nicht nur mental, sondern es bewusst mit vollem Ja auch auf der emotionalen Ebene zu spüren. So kommt ein Prozess in Gang, der mit Freude endet, da deine Natur Freude ist.
Im Verlauf dieses Prozesses kann jedoch alles mögliche passieren, nämlich ein Auftauchen spontaner oder impulsiver Regungen, z. B. Schmerz, Trauer, Gefühle der Angst, gepaart mit Erinnerungen und Befürchtungen, die du bis dahin weggeschoben hast. Sie schlummern in dir - in deinem Körper - und haben bis zu diesem Augenblick Energie gebunden, die dir vorher nicht mehr als freie Energie zur Verfügung gestanden hat. Diese Blockaden werden nun frei und diese freiwerdende Energie wandelt sich in Freude um.
Dies klingt etwas dramatisch, ist es jedoch in aller Regel nicht. Wenn dein System relativ frei ist, du durchlässig bist, verläuft der Prozess sachte und zügig. Es ist wie ein Wunder.

Was ist „gegenwärtig sein“? Es erfordert auf allen Realitätsebenen ein ständiges sich bewusst sein der momentanen Tatsachen in dir. Schenke allem, was in deine Wahrnehmung dringt bzw. dort vorhanden ist, volle Aufmerksamkeit. Wenn nichts da ist, dann dem Nichts - egal ob es angenehm oder unangenehm ist. Lass alles zu, vergleiche und werte nicht, schiebe nicht weg und halte nicht fest. Lass es geschehen!
Am Ende wird dir stets Freude, Schönheit und Liebe offenbar. Der Prozess vertieft sich, je öfter du ihn durchläufst und je mehr du mit voller Präsenz dabei bist. Aber auch dazu kannst du dich nicht zwingen – sie nicht wollen! Nutze den für dich günstigen Augenblick, wenn die Bereitschaft da ist.

Glaub mir kein Wort, mach kein Konzept daraus, probiere es einfach aus.


Altshausen, 26. November 2017
Oswald Horn