Einheit und Spaltung - alles ist Eins und was getrennt ist, strebt nach dem Einen, der Ganzheit


Auf der irdischen Ebene, wo der Spirit sich für den gewöhnlichen Menschen greifbar manifestiert, gibt es Dualität. Die einzelnen Wesen sind nicht vollkommen. Zur Vervollkommnung bedürfen sie eines Gegenübers. Diese Gespaltenheit und gegenseitige Anziehung garantieren Bewegung und die Fortpflanzung und damit den Artenerhalt. Wenn es diese Zweiheit nicht geben würde, dann würde es auf der materiellen Ebene keine Existenz geben. Meines Wissens ist diese Dualität inzwischen auch der Physik bekannt, die moderne Quantenmechanik postuliert im subelementaren Bereich ebenfalls diese Dualität.
Der Anziehung, da ursprünglich alles eine Einheit war, liegt immanent das Bestreben zugrunde, dass es wieder zusammenkommt. Sie ist die Sehnsucht nach Vollkommenheit, nach Ganzheit, nach Gott. Wir können dafür viele alternative Begriffe finden, sie meinen alle dasselbe.
Meines Wissens ist die ursprüngliche Bedeutung des religiösen Begriffes "Sünde" Spaltung, getrennt sein vom Ganzen, der Moral und der Ethik der Sippe usw.
Individualität im Sinne einer kleinsten autarken Einheit, wie es die ursprüngliche Wortbedeutung nahelegt, gibt es für das Individuum Mensch nicht wirklich; sie existiert nur mental in den Köpfen. Alles ist eine Universalität! Deshalb ist die Unterscheidung in Ich und Du im Tiefen ein Artefakt. Sie ist Ausdruck unserer Identifizierung mit etwas, was wir als ich oder du usw. bezeichnen. Sie ist ziemlich willkürlich und führt zu großen Schwierigkeiten. Auf der Körperebene sind wir scheinbar getrennt von der anderen Person, auf anderen Ebenen jedoch nicht. Diese Trennung nehmen wir durch unsere Individuation vor! Daraus erfolgt Vergleich, Bewertung, Minderwertigkeit, Eifersucht, Verletzung und Hochmut, Angst, Sicherheitsstreben. Und aus der Absicht nach Sicherheit resultieren Machtstreben, Profit- und Kontrollgier, Abgrenzung und Abhängigkeit.

Die falsche Identifikation ist die Wurzel der psychischen, sozialen und politischen (soziale Ungerechtigkeiten, Armut) Probleme, die wiederum schwerwiegende Folgen auf unsere Umwelt und die ganze Erde haben und letztlich auf den gesamten Kosmos und damit wiederum rückwirkend auf uns.
Deshalb sollte es oberstes Ziel sein, diese Identifikation aufzugeben.

Aber halt! Du kannst dich dazu nicht zwingen, nicht puschen, es ist eine Frage der Bewusstseinsentwicklung/-erweiterung. Die vielfältigen Spaltungen und deren Konsequenzen sind prinzipiell notwendig, so lernen wir freiwillig oder werden mehr oder weniger zum Lernen gezwungen - was für eine intelligente Einrichtung! Je aufmerksamer wir jedoch durch´s Leben gehen, je konsequenter wir tun was für uns stimmig ist, je spontaner wir sind und um so weniger wir gegen die Lebensumstände, die wir nicht ändern können, rebellieren, um so reibungsloser, zügiger und mit um so mehr Freude würden die Prozesse ablaufen. Stephano Sabetti würde sagen, dass sich solche Menschen dann nicht mehr blockieren, sondern im Fluss sind, der betreffende Mensch würde dann seinem "Energiefaden" folgen. Sie würden gleichsam sich selbst und der Welt einen essenziellen Dienst tun. Heilung könnte auf allen Ebenen erfolgen

Jede Ebene hat ihre eigenen Gesetze. Du kannst sie nicht überspringen. Dies ist meiner Meinung nach auch nicht notwendig. Wenn du den Grad einer höheren Ebene erreicht hast, erlebst du die Vorgänge und die Orientierung auf den bisherigen Ebenen spielerisch und ganz einfach - das Gesetzt der Emergenz. Siehe dazu auch meinen Aufsatz "PsychoEmoSomatik".


Altshausen, den 02. Januar 2018
Oswald Horn