Das Diesseits im Jenseits

- kurze Meditationsanleitung -

Schließe deine Augen und schärfe deinen inneren Blick, indem du deine Aufmerksamkeit allmählich hinunterwandern lässt vom Scheitel über die Region der Schädelmitte zur Schilddrüse in die obere Brust bis ins Herzzentrum.

Spüre in die Region, etwas rechts von deinem Herzen, und öffne dich einer heiligen Verbindung, einer inneren Präsenz. Tauche ein in die Liebe deines Herzens, die alle mentalen Aktivitäten und Unstimmigkeiten - im Innen und Außen – auflöst und verweile dort. Lausche ihrer inneren Weisheit, die keiner Worte bedarf. Öffne dich und lass das ganze Universum daran teilhaben. Achte darauf, dass du auf keinen Fall etwas erzwingen willst.

Lass deine Aufmerksamkeit weiter in die Stationen Oberbauch, Region Körperschwerpunkt hinter dem Nabel und Beckenboden wandern.

Exkurs: "Wenn sich einzelne Stellen im Körper über Mißempfindung bemerkbar machen, schenke ihnen eine Weile einfach Aufmerksamkeit. Es handelt sich um eine zelluläre Veränderung - in einem speziellen Aufsatz (Das Programm der Zellen ...) habe ich ihn beschrieben - der dann, wenn es sein soll, ganz spontan in Gang kommen kann. Erzwinge ihn nicht. Die einzelnen Zellen beginnen zu schwingen, gleichsam aufzuwachen. Ein Heilungsprozess kann, nicht durch Kampf, sondern durch eine Art Integration und Umprogrammierung, in Gang kommen. Diese Vorgänge bedürfen unbedingt der weiteren Forschung. Der mangelnde Stand der Forschung sollte dich vor dem eigenen Experimentieren nicht abhalten."

Nimm nun das ganze Energiefeld deines Körpers - ausgehend von der Körpermitte - ins Gewahrsein, fühle es, und sei dir der Verbindung zu ALLEM ganz zwanglos bewusst.

Du, der Beobachter, bist die Pforte, durch die du, solange du noch lebst, das "Jenseits" betreten kannst. Der Beobachter und das Beobachtungsobjekt sind nur Formen, die vergänglich sind. Das Jenseits war immer schon da, du hast es nur nicht erkannt. Es geht dabei keineswegs darum, in die Zukunft blicken zu wollen. Es geht dabei um absolute Präsenz im Hier und Jetzt. Manche Autoren benennen diesen Prozess: "Sterben zu lernen, solange du noch lebst."
Solange es mit einer gewissen Leichtigkeit gelingt, sei die reine Beobachtung. Tauche ein in die Essenz deines Seins, sei reines Gewahrsein - „deine“ wahre Identität. Es genügt, einfach dafür zwanglos offen zu sein.

Verankere dich immer wieder aufs Neue in dem Gewahrsein des ICH BIN, bis es deine kontinuierliche Wahrheit ist. Ernsthaftigkeit in der Hingabe verkürzt den Prozess. Dies könnte der Anfang und das Ende all deiner Bemühungen sein.

Dalai Lama sagt: "Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen." Neben der äußeren Welt sollte auch die innere Welt (Körper und Denken) mit einbezogen werden, sie sind letztlich untrennbar.
 

Altshausen, den 12./16./17.01.2021
Oswald Horn