Energiequellen nutzen - sich für Freude öffnen


Wo sprudeln diese Quellen und wie werden sie angezapft?

Die Moderne spricht in allen Bereichen von Optimierung. Es sind nicht nur technischen Anlagen, Arbeitsabläufe usw. betroffen sondern auch der Mensch selbst.
Mit der humanen Optierung ist gemeint, den Menschen möglichst in jeder Situation fit zu machen. Ob dieses Ziel wirklich human ist - zumal wenn diese Vorgaben von außen, vom Kollektiv, wie z. B. der Firmenleitung kommen - ist fraglich.
Unabhängig von dieser Betrachtung hat der Mensch oft zurecht den Anspruch, sich fit zu machen bzw. dafür zu sorgen, erst gar nicht in einen Zustand der Erschöpfung und des Burnout zu kommen, um seine beruflichen und privaten Aufgaben angemessen zu erledigen. Längere Zeit immer wieder erschöpft und ohne Vitalität zu sein, macht physisch und psychisch krank. Chronische Erkrankungen resultieren daraus. Vorschnelles Altern und Lebenszeitverkürzungen werden so unterstützt. Qualitäten, die der derzeitige Zeitgeist so hochhebt, werden nicht erreicht. Faktisch wird das Gegenteil produziert.

Es ist also notwendig, immer wieder aufzutanken, sei es nach vollbrachter Leistung oder noch besser während dessen.
Oft gelingt dies gerade dann nicht, wenn der Betroffene sich wieder fit machen will, wenn er extra deshalb in Urlaub fährt oder eine stationäre Rehabilitation durchläuft. Ja, oft wird sogar das Gegenteil erreicht, die Leute kommen aus dem Urlaub erschöpfter zurück, als sie gegangen sind! Um ja nichts zu versäumen, werden alle Anwendungen in der "Kur" akribisch durchlaufen, als ob der Erholungswert mit der Anstrengung steigen würde.
Was läuft hier schief? Was heißt auftanken?
Es geht um Lebensfreude, Spaß und Liebe!
Wir können als Mensch diese Lebensqualitäten nicht einfach produzieren. Sie sind gewissermaßen schon vorhanden - oft latent. Sie entsprechen gewissermaßen unserer Natur. Im Grunde genommen wird oft ganz aktiv deren Erblühen durch unser Wollen und allerlei Aktivitäten zugeschüttet.

Vorgehensweise:
Bestimmte Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit es zur Revitalisierung und damit zum Auftanken kommt.
1) „Erde“ dich!
2) Ankommen, wo du gerade bist! Wenn du zu dieser Örtlichkeit nicht ja sagen kannst, dann suche dir eine andere.
3) Von der Dominanz des Denkens wechseln zum sich Denken lassen oder noch differenzierter betrachtet, zu einem freien Beobachten!
4) Sei präsent, so kontinuierlich, wie es dir möglich ist. Wenn du bemerkst, dass du abgedriftet bist, dann bring dich wieder zurück - ohne den Anspruch auf Perfektion.
5) Betrachte die mittelbare und unmittelbare Umgebung, halte nach Objekten Ausschau, die mit dir in Resonanz sind und verweile bei ihnen! So öffnest du gleichsam einen Kanal zwischen dir und dem Objekt.
6) Oszilliere zwischen externen und internen Ereignissen ohne Anstrengung. Der Energietransfer kann so intensiver werden.
7) Sehe das Umfeld als Ganzes und dich als Teil davon - evtl. hilft dir die Vorstellung, das Ganze als Raum wahrzunehmen. Wenn diese Betrachtung sich nicht „verselbständigt“, lasse es, es sollte keine Anstrengung und damit nicht mental erzwungen werden. Ein mentaler Anreiz muss ausreichen. Den Wahrnehmungsraum zu fokussieren, führt manchmal zu einem intensiveren Transfer, als wenn daraus bestimmte Inhalte betrachtet werden.

Zu 1)  Betrachte deinen Körper für ca. 7 min. Besetzte ihn systematisch mit Aufmerksamkeit, erst mal ohne dabei auf das körperliche Feedback zu achten, meinetwegen vom Fuß bis zum Scheitel - wie es dir am Liebsten ist. Erst im 2. Schritt achte auf das körperliche Feedback, auf die Körperempfindungen, z. B. Spannungen, Über- und Unterladungen, Unruhe, Schmerzen, Regionen der Ausgeglichenheit usf. Einige Blockaden werden sich allein durch die Betrachtung auflösen. Wichtig dabei ist, dass du alles bejahst, was dir begegnet. Dabei bitte nichts Ausschließen, Wegschieben, Festhalten, Beurteilen, weder positiv noch negativ usw. Du schaffst so mehr Körperbewusstsein und bewirkst eine energetische Aufladung deines körperlichen Systems. Mit zunehmendem Training nimmt die Intensität der Erfahrung und die Gewindigkeit des Porzesses zu.

Zu 2) Die Örtlichkeit muss nicht unbedingt für dich ideal sein. Manche sind ständig auf der Suche nach dem optimalen Ort, dem schönsten Wetter und bringen sich dabei sehr unter Stress. Den idealen Ort gibt es vermutlich nur in deinem Kopf. Lass los davon. Prinzipiell ist dafür jeder Ort geeignet. Nimm deinen Platz und die nähere Umgebung erst mal insgesamt wahr und weniger bestimmte Einzelheiten.

Zu 3) Wenn du noch nicht abschalten kannst, dein Kopf voller Gedanken ist, bekämpfte ihn nicht durch den Gedanken, nicht mehr denken zu wollen. Dies produziert noch mehr Gedanken. Beobachte einfach diese Gedanken – ohne dich mit ihnen zu identifizieren. Meist entspringen sie deinen Absichten. So gut du kannst, lass von deinen Absichten los. Den Rest betrachte ebenfalls. Je öfters du solche Sequenzen durchläufst, um so mehr nimmt die Gedankenaktivität ab. Durch die gegenwärtige Beobachtung wird den Gedanken die Energie entzogen, sie sterben gleichsam aus.

Zu 4) Im Hier und Jetzt zu sein ist in vieler Munde - nur wenige können es realisieren. Zu Wissen, um was es dabei geht, reicht keineswegs. Sei dir bewusst, dass es nur diesen Moment gibt, wenn du ihn nicht bewusst erlebst, ist er unwiderruflich vorbei. Subjektiv gibt es keine Vergangenheit, sie ist vorbei, sie existiert nur mental als Erinnerung, sie stellt keine Vergangenheit dar. Analog ist es mit der Zukunft. Sie gibt es nicht, wenn es sie als Tatsache gibt, ist sie schon Gegenwart. Es handelt sich nur um eine mentale Projektion. Denken produziert subjektiv Zeit. Sie gibt es ohne Denken nicht. Also lasst uns wach und gegenwärtig sein, d. h. bei den Tatsachen sein. Zum besseren Verständnis, siehe auch meine anderen Aufsätze auf www.oswaldhorn.de.

Zu 5) Du sprichst u. U. eher auf Farben an oder auf optische Strukturen, Wolkenformationen, Pflanzen, Blumen, Bäume, Gebäude, Felsformationen, Wasser, Wellen, Feuer (und wenn´s nur Grillfeuer ist), auf akustische Reize, wie Rauschen der Blätter im Wind, auf Gerüche, auf Geschmäcker oder Menschen, bestimmte Gesichter, es spielt keine Rolle, was es ist, wichtig ist nur, dass es deine momentane Aufmerksamkeit auf sich zieht - mit dir resoniert. Betrachte das Objekt solange, wie es mit dir was macht. I. d. R. handelt es sich nur um wenige Minuten. Verweile dabei nur solange, wie es dich erfreut. Ein Objekt kann mit dir in Resonanz sein und dabei unangenehme Gefühle auslösen. Du schaust z. B. einen dürren Ast an oder einen Abfallhaufen und dir ist zum Weinen, da er dich u. U. mit deiner Vergänglichkeit konfrontiert. Erlaube dir den Schmerz, er befreit dich von einer evtl. Blockade – danach steht dir wieder mehr Energie zur Verfügung als davor.
Was vor wenigen Minuten mit dir noch etwas gemacht hat, muss jetzt gar nichts mehr in dir auslösen. Was gestern noch eine intensive Wirkung hatte, hat heute evtl. gar keine mehr. Verfalle nicht in den Fehler, die vergangene Freude zu erinnern – zu mentalisieren bzw. deshalb wiederholt dieses Objekt aufzusuchen. Es stellt nur einen Zeitvertreib dar, kommt einem Suchtverhalten gleich und hat nichts mit einer tieferen Freude zu tun. Lass auf jeden Fall von irgendwelchen Besitzansprüchen, denen du evtl. unterworden bist, los. Du kannst dich an den Blumen des Nachbars genauso erfreuen, als wären es die eigenen.

Zu 6) Nimm das besagte Objekt ins Gewahrsein. Betrachte es nur, ohne zu analysieren, einzuordnen, zu beurteilen oder in irgend einer anderen Weise darüber zu reflektieren. Es handelt sich um ein freies und damit reines Beobachten ohne Bedingungen und ohne Absicht, auch ohne die Absicht, dich erfreuen zu wollen.
Nimm zusätzlich die Bereiche in deinem System in Betracht, die resonieren. Die entsprechenden Körperbereiche, Körperempfindungen und Gefühlsaspekte - die Freude. Nimm gleichsam Sender, Empfänger und den Transfer in die ganze Aufmerksamkeit. Die Vitalisierung und Freude nehmen zu.

Zu 7) Lass, wenn dir möglich, die Dualität zwischen Objekt und Subjekt sich auflösen. Es gibt dann keinen Sender, keinen Empfänger und Beobachter mehr – alles ist eine Einheit. Du bist Teil des Ganzen, das Ganze ist in dir.
Ich betone nochmals, du kannst dies nicht machen – es geschieht oder nicht. Akzeptiere es. Was heute noch nicht möglich ist, könnte morgen eintreten - aber warte nicht darauf. Die meisten kommen nur bis 6), was ja auch schon die Lebensqualität deutlich erhöht. Es ist ein Auftanken!
Wenn es dir gelingt, über 6) hinauszugehen, wird in dir ganz viel Staunen und Ehrfrucht ausgelöst. Wie im Sinne eines Quantensprunges hat sich in dir eine höhere Bewusstseinsebene manifestiert. Dies ist nicht zu verwechseln mit Glauben, Selbsthypnose, Visionen oder Trance.
Wenn du bspw. einen Baum betrachtest, mit ihm in Resonanz bist, bist du gleichsam der Baum - die ganze Baumqualität enthüllt sich dir. Es findet ein Encodierungsprozess statt. Eine höhere Intelligenz kann sich durch dich manifestieren, die nichts mit Intellekt und mentalem Wissen zu tun hat. Alle kreativen und intuitiven Impulse resultieren aus solchen transpersonalen Prozessen. Sie sind nicht das Ergebnis von Analyse und Schlussfolgerung. Sie erfordern jedoch eine gewisse mentale Justierung, eine Einstellung, die durch die interessierte Beschäftigung damit automaisch zustande kommt. Die Anbindung an solche Quellen sind wahre Energiebomben. Dies ist der Grund, warum manche Wissenschaftler nicht nur sehr kreativ sondern auch sehr leistungsfähig sind. Sie schöpfen gleichsam ständig aus dem Vollen.
Für den resonanten Transfer sind bestimmte Voraussetzungen erforderlich. Das „Objekt“ und dein subjektives System oder zumindest Teile davon, müssen sich ähnlich sein. Nicht Gegensätze ziehen sich an, sie ergänzen sich nur. Siehe die oft zitierte frappierende Ähnlichkeit zwischen Frauchen und Hund. Nur wenn zwischen der Eigenfrequenz deines subjektiven Systems und der Erregerfrequenz, dem Objekt, die gleiche oder eine ganzzahlig vielfache Frequenz herrscht, ist eine Resonanz und damit Anziehung möglich. Zwei Menschen, die in einander verliebt sind, stellen sich gegenseitig eine große Energiequelle dar.
Es gibt Menschen, die mit ganz Vielem in interessevolle Beziehung gehen können, sie haben ein „offenes Herz". Diese müssen nicht lange suchen, ihr Gesamtsystem weist eine hohe Schwingung und damit eine hohe Eigenfrequenz auf. Sie finden viele Menschen sympathisch und können Vieles so nehmen, wie es ist. Und wiederum andere tun sich ganz schwer. Sie sind „zu“. Die Letzteren sind anfällig für allerlei Süchte. Konsumrausch und Hyperaktivität sind kennzeichnend. Sie müssen immer etwas Anderes haben, eine neues Spielzeug, was dann schnell an Bedeutung verliert. Es stellt keine wirkliche Energiequelle dar. Nikotin- und Alkoholabhängigkeit, Essstörungen usf. sind solche Suchtgewohnheiten. Bei den Affinitäten zwischen der Suchtperson, Suchtbedürfnis und Suchtmittel handelt es sich um eine unheilvolle Verbindung. Bei diesem Transfer wird zwar Spannung reduziert, außer sogenannter Ersatzgefühle entsteht hierbei jedoch keine primäre Freude. Dieser Prozess steht zur Person in einer Krankheitsresonanz und zur Person insgesamt gesehen in einer Dissonanz.

 

Altshausen, 05. Mai 2015

Oswald Horn