Lasst uns innehalten - ein Gebet!


Großer Geist,
der DU unbeschreiblich bist,
der DU überall und ewig bist,
berühre mich mit DEINEM Atem.

Lass mich erkennen, dass DU allzeit EINS bist - auch mit mir.
DU hast mir mein Leben ermöglicht - dafür danke ich.

- Das Leben ist schön.
- Die Erde ist schön mit all ihren Gräsern, Kräutern, Sträuchern, Büschen und Bäumen, mit all ihren Blüten und Blumen, ihrer Farbenpracht, die verzaubert und mit ihren betörenden Düften.
- Der Himmel - die Sonne, der Mond, die Sterne, die Wolken und wenn es gar regnet und schneit oder Wind und Donner aufkommen - ist schön. Wenn wir zu ihm aufblicken, können wir eine DEINER Größen mit ehrfürchtigem Staunen erahnen - die Unendlichkeit! Und ebenso staunend werden wir zu Zeiten von den Urgewalten geradezu überwältigt.
- Das Getier, groß und klein, auf Land, im Wasser oder zu Luft ist schön. Die Libelle, kunstvoll durch ihren Flügelschlag, fast stehend in der Luft über dem leise murmelnden Bach, flüstert: „Sei ihrer gewahr.“
- Die Menschen, ob aus dem Süden, dem Norden, dem Osten, dem Westen, ob Alt oder Jung, sind schön. Es sind unsere Schwestern und Brüder mit deren tausendjährigen Kultur und deren tiefen Weisheit.
- Das noch so Hässliche, Alte, Faltige, Komplexe und auch Einfache ist schön, wenn wir nur richtig schauen würden - alles ist schön - selbst Krieg und Not gehören auf eine geheimnisvolle Weise dazu.
Deshalb lohnt es sich zu leben und dafür auch zu sterben!
(s.a.m. Aufsatz: "Freiheit - aus spiritueller Sicht", 2017, auf dieser Website)

Alles ist EINS - jetzt, davor und danach - lass mich dies stets erkennen!

Sind in diesem irdischen Dasein diese Formen noch so schön, so wie sie entstehen, werden sie vergehen. Was bleibt ist der „Hintergrund“, aus dem alles kommt und wieder entschwindet - die ESSENZ. Ihre Qualität ist auch Schönheit sowie Glückseligkeit und Liebe.

Großer Geist, ich bin bereit, mich jetzt schon, noch in dieser Form, mich der formlosen Wirklichkeit - DIR - hinzugeben.


Exkurs:

Die absolute Schönheit würde kontinuierliches Bewusstsein erfordern, d.h., jeden Augenblick aufs Neue sich dessen bewusst zu sein. Empfehlenswert ist, da realistisch für die meisten Menschen, sich nur dann DEM hinzugeben, wenn innere Bereitschaft vorhanden ist. Sich durch strenge Disziplin und Enthaltsamkeit dazu zu zwingen, wie es häufig das Mönchstum und andere Religionsgruppierungen über Jahrtausende versucht haben, führt nur zu mentaler Verstrickung, emotionaler Taubheit, Selbsthypnose und/oder zu einer übersteigerten Hoffnung, dann dafür später, nach dem Tod, belohnt zu werden.
Die Rechnung dieser bedingten Hingabe geht m.M.n. nicht auf. Diese Zeitverschiebung kommt einer Festigung auf der Dimension Zeit gleich. Hoffen und Glauben im wörtlichen Sinn - nicht im Sinn von Wissen bzw. echter Intuition - macht uns für den Augenblick unfrei! Aber Freiheit von jeglicher Konzeption und von jeglicher Absicht ist erforderlich, um uns für den Kosmos zu öffnen, um EINS sein zu können. Die ESSENZ ist zeitlos. U.a. verhindern m.M.n. solche mentalen Verwicklungen die Seele daran, unmittelbar nach dem körperlichen Tod ins Licht gehen zu können bzw., sich dem Licht, das immer vorherrscht, bewusst zu sein.

Krisen, individueller, kollektiver oder gar globaler Art, sind zweifelsohne für den bzw. die Betroffenen meist dramatisch, manchmal sogar tödlich und dennoch scheinen solche Katastrophen notwendig, da sie die Chance in sich bergen, dass die Betroffenen bewusster werden. Der Einzelne oder das entsprechende Kollektiv sollte aufwachen, evtl. die gesamte Weltbevölkerung oder er/sie wird zugrunde gehen. Da thront keiner irgendwo da oben, der richtet und veranlasst, es sind die Betroffenen durch die Konsequenzen ihres Tuns oder Unterlassens selbst; sie sägen sich gleichsam den Ast ab, auf dem sie sitzen.

Manchmal bekommen wir die Konsequenzen unseres Handelns sofort zu spüren und meistens jedoch später, sei es durch Krankheit, vergiftete Nahrung, verseuchtes Wasser, schlechte Luft u.v.m.. Dadurch, dass wir Armut und Elend zulassen bzw. sie sogar unterstützen über entsprechende Freihandelsabkommen, die andere, oft gerade Länder mit großer Armut und Not, ausschließen. Wir, aus sog. reichen Ländern, tragen durch unser "nur am Preis" orientiertes Kaufverhalten massiv zu dieser Armut bei. Und gerade in diesen Regionen der Erde gedeihen dann oft "Erreger", die sich in verschiedensten Formen manifestieren können wie zu HIV, Ebola, Covid-19, Korruption, Terrorismus, Al-Kaida, IS u.v.m., gegen die wir nicht immun sind.
Durch den Wirtschaftsstil der Gewinnmaximierung, der ja inzwischen global praktiziert wird, tragen wir - wie ja allgemein bekannt ist - in Anbetracht der Begrenztheit der Ressourcen erheblich zur Ausbeutung bestimmter Regionen und Volksgruppen bei. Die Armut vieler Menschen wird so zwangsweise zu Gunsten weniger erheblich vergrößert. Die Motivation derartiger Strukturen sind nur vordergründig gesehen Macht und Kontrolle, in Wirklichkeit verbirgt sich dahinter die Leugnung von Unsicherheit - ein Sicherheitsbestreben sondergleichen. An anderer Stelle habe ich diesen Prozess "Sicherheitsfetischismus" als Ausdruck des heutigen Zeitgeistes bezeichnet.
Etwas zu wissen, und daraus nicht die nötigen Konsequenzen zu ziehen, denn es ist allgemein bekannt, dass diese Machenschaften auf uns zurückfallen, ist ein Mangel an Bewusstsein.
Weisen wir wenigstens dann bei der Bewältigung von Katastrophen genügend Bewusstsein auf, wenn entsprechende Viren, Gifte, Asylanten, Attentate, Kunststoffpartikel und Pestizide in Nahrung, Wasser und in der Luft uns erreicht haben oder geraten wir in Panik und lassen uns von unseren Egoismen weiterhin lenken, schließen Grenzen und errichten Mauern, stehlen Atemmasken und bereichern uns rücksichtslos mit Toilettenpapier? Was machen wir, um solchen Krisen zu bewältigen und wie gehen wir dabei mit uns und den anderen um? Handeln wir mit Bedacht, wie einige empfehlen - nicht naiv - unter falsch verstandener Nächstenliebe, in dem wir die eigene Person vernachlässigen, sondern verantwortungsvoll, indem wir versuchen für alle Seiten Lösungen zu finden und diese dann, so gut es geht zu realisieren.
Wenn wir unser Verhalten nicht freiwillig ändern - eine Möglichkeit, die der Mensch im Vergleich zu anderen Lebewesen hat - dann werden wir über Katastrophen, Krankheit und Tod zur Veränderung gezwungen oder gehen zugrunde.
Dies ist noch eine relativ enggefasste Betrachtung. Wenn wir den Betrachtungswinkel erweitern, dann erkennen wir, dass zum Leben auf allen Ebenen Krisen gehören. Durch Hunger und Krankheit entwickeln wir eine körpereigene Abwehr, wir bekommen Bezug zu unserer Stärke und wir werden dadurch überlebensfähig und wenn wir den Lebensumständen nicht gewachsen sind, sterben wir. Auf allen organischen Ebenen gilt das Prinzip, dass ein Organismus nur durch einen anderen überleben kann. Sei es, dass er ihn, in sich aufnimmt, was dann meist den Tod des anderen bedeutet oder, dass er mit ihm eine Symbiose eingeht, um dann gemeinsam überlebensfähig zu sein. Leben, und damit Überleben ist also grundsätzlich mit Auflösung verbunden. Zum Leben gehört Entstehung, also Geburt, eine gewisse Lebensdauer und Vergänglichkeit, also Tod. Dies gilt auf allen Ebenen - auch auf der anorganischen Ebene, nur mit extrem langen Standzeiten. Der Mensch würde da gerne eine Ausnahme sein. Trotz seiner Möglichkeit der Reflexion ist er geschockt, wenn er mit solchen Krisen konfrontiert wird.
Was wir als Krise ansehen, ist oft ein Wunder. Es hängt vom Standpunkt der Betrachtung ab. Lebensprozesse geschehen ganz evolutionskonform nach einer intelligenten Gesetzmäßigkeit! Moralisch/ethisch betrachtet erscheint diese Aussage sarkastisch, wenn wir jedoch die Ebene des Mentalen, die ihren Fokus im Individuellen hat, verlassen, dann erkennen wir eine perfekte Ordnung, die nicht von Menschen gemacht wurde.
Ein Aprikosenbäumchen in meinem Garten hatte noch vor wenigen Tagen pralle Knospen, diese sind inzwischen geplatzt, wundervolle Blüten sind daraus hervorgegangen, eine Vielzahl von Insekten, besonders Bienen sind gekommen, haben sich den Nektar geholt und gleichzeitig Bestäubungsarbeit geleistet. Einige dieser Blüten beginnen schon wieder zu verblühen und andere sind schon ganz verwelkt und der eine oder andere Bestäuber lebt auch nicht mehr. Aber Aprikosen sind geboren. Wenn sie an der Sonne heranreifen und dann im Spätsommer goldgelb zu ernten sind, ist es eine Wonne, ihr einzigartiges Aroma zu kosten.
Leben kommt und vergeht, alle Formen sind ausnahmslos zeitbedingt. Dies vergessen wir gerne - unsere eigene Vergänglichkeit. Wenn wir Moral und andere mentale Konzepte hinter uns lassen, könnten wir die Schönheit erkennen, die sich in diesen Prozessen offenbart.
Zugang zum Unvergänglichen, zum nicht Zeitgebundenen, solange wir noch in der Form/im Körper sind, ist m.E.n. angesagt. Wenn wir ohne Form sind, haben wir evtl. keinen Einfluss mehr auf unseren Prozess, denn da gibt es keinen Prozess mehr. Prozesse und Entwicklungen bedürfen der Zeit. Daraus erfolgt der Spagat, noch in der Form zu sein und doch schon die Dimension Zeit zu verlassen, mit anderen Worten, sterben zu lernen solange wir noch leben. Dies ist durch mehr Bewusstsein, wenn nicht sogar nur durch einen Quantensprung auf eine höhere Bewusstseinsebene, möglich.


Altshausen, den 11./19./29. März 2020

Oswald Horn

(... inspiriert durch den indianischen Kulturkreis meines Aufenthaltes im peruanischen Amazonas Dschungel im Februar 2020 und durch die momentane Corona Pandemie)



Siehe dazu den nächsten Aufsatz, "Der Energiefluss", denn durch Informationsvermittlung allein kann kaum Bewusstsein vermittelt werden. Dies muss von jedem Einzelnen selbst ausgehen.