Das Programm der Zellen - lässt es sich ändern?



Das Bewusstsein der Zelle!


Hier geht es nicht um eine unbedingte Verlängerung des Lebens, weil wir dem Tod nicht ins Auge schauen wollen, sondern um ein Ausloten der Ressourcen und Kapazitäten der Materie. Im speziellen Fall handelt es sich um die Zelle, die Zellverbände und um unseren Köper und es geht darum, diese Detailereignisse / Beobachtungen in einem größeren Zusammenhang zu sehen.

Im Allgemeinen können wir davon ausgehen, dass unser Körper heil (gesund) ist und dass der Mensch durch seine „Machenschaften“, meist neurotische Muster, dieses Heilsein stört. Selbiges gilt für die Natur und vermutlich für die Materie insgesamt. Unterlassen wir die Störungen, gesundet er / sie in aller Regel wieder. Aber ist dem wirklich so? Es gibt Indizien, die dem zu widersprechen scheinen.

Nach ganzheitsorientierten Autoren ist Spiritualität hierarchisch organisiert. Die jeweils höhere Ebene ist gleichsam auf der nächst tieferen Ebene manifestiert. Tief und hoch wird hier unter anderem auf der Dimension von Frequenzen verstanden. Tief bedeutet also eine niedrigere Schwingung. Hochfrequente Prozesse haben für´s Ganze eine größere Bedeutung und sind in ihrer Gesamtheit betrachtet wirkungsvoller als Ebenen, die niedrigere Frequenzen aufweisen. Ganz oben ist das universelle Bewusstsein, das Göttliche, angesiedelt. Die Materie, im biologischen System die Zelle, befindet sich also auf einer niedrigen Stufe (s. a. meinen Aufsatz PsychoEmosomatik).

Durch Erhaltungsbewusstsein - ein Begriff, den auch S. Sabetti verwendet, um die jeweilige Existenz zu gewährleisten - wird die Zelle und der gesamte Organismus entsprechend strukturiert und organisiert. Der Mensch ist damit einem Prozessmuster unterworfen, das sich durch Wiederholungen ausdrückt. Dies hat notwendigerweise eine Einschränkung des ursprünglichen Freiheitsgrades zur Folge. Dieser Einengungsprozess zeigt sich auf der Zellebene, z.B. durch die Gewährleistung eines homöostatischen Gleichgewichts. Wenn ein entsprechend notwendiges Milieu nicht eingehalten wird, geht die Zelle, der Organismus, zugrunde. Das ist das gängige Programm der Zelle und die allgemeine Expertenmeinung.

Aurobindo und Mirra Alfasse stellten aufgrund jahrelanger Erfahrungen mit sich und einer Gruppe interessierter Menschen die Hypothese auf, dass es auch eine Spiritualität von unten geben müsse. Diese Gruppe hat über viele Jahre ernsthaft experimentiert. Aurobindo postuliert, Materie sei schlafender Geist, Materie sei prinzipiell ungeheuer frei, sei Energie und Frieden.

Nach Alfasse hat die Zelle über ihre evolutionäre Entwicklung die Erfahrung gemacht, durch gewohnte Muster und damit durch Wiederholungen, Überleben zu garantieren. Damit habe sie auch die bisher gewohnte Lebensdauer vorprogrammiert. Alfasse konnte angeblich beobachten, dass sich die Zelle unter diesem Programm zusammenzieht und sich gleichsam nach innen krümmen würde, sich ein Netz um die Zelle konstituiert und sich damit abgrenzt und somit auf einen Sterbemodus geschaltet sei. Die Zelle lebt damit ihre potentielle Lebensdauer nicht vollständig aus. Die Existenzangst der Zelle sorgt für diese Dauerkontraktion. Diese Zusammenziehung gewährt zunächst die Aufrechterhaltung und Fortsetzung der Zellexistenz, verschließt sich aber durch die Wiederholung neuen kreativen Lösungen gegenüber, die u. U. sehr notwendig in Anbetracht der veränderten Rahmenbedingungen zum Weiterleben sein könnten.

Es handelt sich hier um Schutz vor Zelltod, um eine Wiederholung von bekannten Abwehrmustern und gerade sie bewirken paradoxerweise den vorzeitigen Tod! Unsere Zellen, evtl. Materie grundsätzlich, scheinen über die sehr destruktiven Einflüsse aus dem Umfeld traumatisiert zu sei. Unser mentales (individuelles) Denken, Wissen und unsere Einstellung über unsere Lebensdauer usw. unterstützen diesen Kontraktionsprozess und damit dieses pessimistische Programm! Das müsste laut Mirra Alfasse so nicht sein.

Das Konzept der Emergenz im Zusammenhang mit der sog. positiven Entropie untermauert diese Betrachtung. Demnach führt die Auflösung bzw. Verletzung einer Realitätsebene auf den niedrigeren Ebenen zwangsläufig zu einer Freisetzung von Aktionsmöglichkeiten, vgl. O. Horn, PsychoEmoSomatik, S. 5, 2008 / Aufsätze (1993 u. 2001).

Tschernobyl zeigt gerade durch den radioaktiven Tod der Direktbetroffenen, dass die zweite und dritte Generation bestimmter Zellen resistent gegen Radioaktivität sind. Vergleichbare Ereignisse lassen sich nach dem Vulkanausbruch des Mount St. Hellens 1980 im Nordwesten der USA beobachten. Die Vegetation der Pflanzen und Tierwelt hat sich signifikant schneller und deutlicher regeneiert als wissenschaftlich angenommen wurde.

Wissenschaftskriterien sind gemäß positivistischer Axiome Validität, Objektivität und Reliabilität. Vom Begriff der Objektivität und Reliabilität her ist ein Ergebnis wissenschaftlich und komme damit der Wahrheit nahe, wenn das gleiche Ergebnis von verschiedenen Menschen zu unterschiedlichen Zeiten wiederholt werden kann. In dieser Definition ist das Gleichbleibende und die Wiederholbarkeit mitenthalten. Ob sich Wahrheit in dieses Schema pressen lässt, ist die Frage. Das Kriterium Validität definiert sich nach dem Augenschein und ist vor daher schon sehr vage. Wahrheit muss stets auf`s Neue erschlossen werden, was gestern wahr war, ist für heute irrelevant. Die Konstanz mag für die absolute Wahrheit gelten, diese ist jedoch nicht an die Zeit gebunden. Lässt sich also so auch nicht messen und damit erfassen. Die relative Wahrheit ist schon per Definition nicht konstant / gleichbleibend, sie lässt sich also letztlich auch nicht mit den Messinstrumenten der Wissenschaft erfassen und letztlich verstehen. Ich habe großen Respekt vor dem wissenschaftlichen Vorgehen, es stellt eine gute Möglichkeit dar, der Wirklichkeit nahezukommen und verhindert so den Rückfall in die Mystik, in Dogmen und Glaubenssätzen des Altertums und besonders des Mittelalters. Aber alles, was damit nicht erfasst werden kann, bedeutet noch lange nicht, dass es sich dabei um Nicht-Wahrheiten handelt. Leider behaupten Nichtwissenschaftler oft, was wissenschaftlichen Kriterien nicht entspricht sei keine Realität bzw. Wahrheit.

Ähnlich, wie im Falle der Radioaktivität, ist es mit den plastikzersetzenden Bakterien, die mehr und mehr entdeckt werden und sich vermutlich auch mehr und mehr entwickeln. Es gibt wahrscheinlich auch Pilzarten, die sogar Radioaktivität abbauen! Aus diesen Beobachtungen stammt die Idee, noch gesunden Frauen zur Profilaxe geringe Dosen Radioaktivität zu injizieren, um bestrahlungsresistent zu werden, falls später bei Brustkrebs eine Bestrahlung notwendig sein sollte.

Aber auch der Niedergang aller Hochkulturen ist durch eine Überstrukturierung, durch viel Wiederholung, zunehmende Differenzierung von Vorschriften und Gesetzen usw. zu erklären. Flexible Kulturen mit mehr Offenheit und damit weniger Struktur, wie die der Mongolen, hatten eine relative lange Überlebenszeit.

Wir müssen gar nicht so weit gehen, der Standesdünkel so mancher Therapieschulen – ich muss mich bremsen, um nicht einige zu nennen. Das Festhalten an Dogmen, das mit Originalität und Wahrheit kaschiert wird und in Besitzstandswahrung durch Abgrenzung ausartet, sorgt für Überalterung und damit zum vorzeitigen Exitus, da es neue und kreative Ansätze, die für eine ständige Erneuerung sorgen würden, nicht zulässt.

Aber auch die Parteienlandschaft zeigt bezüglich der gängigen Parteien viel Rigidität, Überstrukturierung und -ordnung und damit eine Übersättigung beim Wähler, Langeweile, kaum Kreatives, was sich in einer allgemeinen Verdrossenheit vom Establishment auswirkt. Ebenso die bekannten Medien, die sich trotz scheinbar stringenter Faktenorientierung - zumindest derzeit - auch nicht so ohne weiteres behaupten und gleichsam Konkurrenz durch die sog. Fake-News erfahren. Alles Regelmäßige, d. h. mehr Struktur und damit höherer Organisationsgrad, gewährt und begrenzt gleichzeitig die Lebensdauer des betreffenden Systems.

Die Chaostheorie besagt, je mehr Ordnung ein System aufweist, umso weniger Kreativität ist möglich. Zu wenig Ordnung führt zu chaotischen Prozessen. Das Optimum wäre ein ganz situationsspezifisch ausgewogenes Verhältnis zwischen Ordnung und Unordnung. Ein Beispiel auf dem kollektiven Sektor: In den 60.iger und 70.iger Jahren haben die Deutschen ihr Design, besonders für Autos in Italien eingekauft und aus Gründen der Zuverlässigkeit haben die Italiener Waren aus Deutschland importiert. Inzwischen scheinen beide Kulturen voneinander gelernt zu haben, die Deutschen sind offener und kreativer und die Italiener zuverlässiger geworden.

Diese Beobachtungen unterstützen die Hypothese, dass es in der Zelle ein großes Bewusstseinspotential gibt, das in der Regel gehindert wird, zur Wirkung zu kommen. Dieses Verhinderungsprogramm ist das „Programm des Gewohnten“, der Wiederholung des Bekannten. Auf viele lebende Zellen übertagen heißt das, dass unter bestimmten Rahmenbedingungen - Bedingungen des Milieus - der Tod eintritt, was gar nicht unbedingt sein müsste. Weil es immer so war, deshalb muss es weiterhin so sein! Die Zelle und damit der Körper macht sich zum Sklaven der Vergangenheit, vergleichbar eines historischen Schlepptaus (Begriff v. S. Sabetti) und wird darin vom individuellen Bewusstsein in dieser Opferhaltung unterstüzt.

Das Bewusstsein der Zelle des Körpers muss gleichsam geweckt und befreit und nicht weiterhin durch die alte Programmierung unter Verschluss gehalten werden. Die Zellen und damit das gesamte materielle Bewusstsein sind bis jetzt dem individuellen Bewusstsein weitgehend untergeordnet und genau das scheint sich derzeit zu ändern. Das Zellbewusstsein kommt - zumindest in Ansätzen - mehr und mehr zur Geltung. Wir können es unterstützen, sagen Aurobindo und Alfasse.

Wie?

Wir müssten die Gegenwärtigkeit realisieren. Alfasse fordert: „Die Erlösung muss auf der Erde und im eigenen Körper vollzogen werden." Man muss das von ihr beobachtete Netz, das die Einschränkung und die Wiederholung präsentiert, verlassen.

Mit Hilfe unseres Bewusstseins müssen wir Ruhe und Frieden in die Zellen bringen, damit sie sich weiten und öffnen können, um für das „supramentale Licht“ zugänglich zu sein. Dies würde heißen, dass die Spiritualität doch wieder von „oben“ kommt. Wenn jedoch das wahres Potential in der Zelle steckt und nur der Weckruf von oben kommt, dann könnte man mit einer gewissen Berechtigung sagen, dass die Spiritualität von „unten“ kommt. Ganzheitlich betrachtet scheint mir dies ziemlich gleichgültig zu sein, denn in jedem Detail ist die Ganzheit enthalten und umgekehrt und außerdem gibt es da kein „oben“ und kein „unten“, denn die Dimension Zeit/Ort wird dabei verlassen.

Dennoch scheint mir wichtig, dass die Verwirklichung nicht nur in der geistigen Welt, sondern auch in der physischen Welt vollzogen werden muss. In der Materie liegt ein Geheimnis. Wir müssen die Schwingung der Refraktion in die Vibration der Nicht-Refraktion umwandeln. Dem Körper muss ein Bewusstsein zukommen, das außerhalb der Dimension Zeit liegt. Deshalb ist der Fokus auf die Zelle durchaus wichtig, er beschleunigt den Prozess. Ein neuer Zustand wird sich auf der Erde installieren, der weder dem bisherigen Leben noch dem Tod, wie wir ihn kennen, gleichkommt.

Es genügt nicht, wenn einzelne Menschen hierbei behilflich sind. Es wäre eine kritische Menge (Experten sagen so um die 60 %) des ganzen Kollektivs notwendig, damit sich das gesamte Bewusstsein der Menschheit, aber auch das im gesamten Universum nachhaltig verändert und sich sozusagen ein Quantensprung vollzieht.

Bis jetzt sind noch wenige Menschen in der Lage, Gegenwartsbewusstsein zu realisieren, um eine entsprechend notwendige Zellprogrammierung zu bewirken.

Vermutlich wirken Heilkräuter, bestimmte geografische Örtlichkeiten mit ihren Mineralien, sonstigen geologischen Verhältnissen, der Vegetation und den Wasserverhältnissen, adäquate Medikamente in der richtigen Dosierung, Menschen mit ihren Händen, eine ehrliche "Zugewandtheit" u. v. m. letztlich ähnlich an "dieser Stelle", wenn auch nicht so gezielt und deshalb vielleicht weniger intensiv.

Aber lassen wir nicht außer Acht, dass jede Form irgendwann zu Ende geht! Der Apfel reift, sein Fleisch vermust mit der Zeit, das Apfelfleisch dient den Kernen und dem späteren neuen Apfelbäumchen als Nahrung, Insekten und Kleingetier ernähren sich davon usw. Aus jeder Form geht irgendwann die Energie wieder hinaus und eine andere neue Form entsteht. Energie geht nicht verloren. Es handelt sich um Transformationsprozesse. Alle Formen sind Erscheinungen und damit zeitlich begrenzt. Sie kommen und verschwinden, was einen Anfang hat, hat auch notwendigerweise ein Ende! Alles ist in Bewegung - außer auf der absoluten Ebene, die unendlich hochfrequent ist und damit aus purer Stille besteht. Ich nehme an, dass die Wirklichkeit aus Multirealitätsebenen (s. S. Sabetti) besteht, die nicht linear übereinander angeordnet, sondern ineinander, gleichsam holistisch, verwoben sind.

Leben und Tod jedweder Form haben nur eine Relevanz solange wir uns auf der Dimension Zeit und Ort bewegen. Wenn wir mit unserem Bewusstsein diese Ebene verlassen, gibt es zwischen Leben und dem oft gefürchteten Tod keinen prinzipiellen Unterschied mehr - es ist ein "Problem" der Formen. Solange wir uns mit einer Form identifizieren fürchten wir verständlicherweise das Ende dieser Form. Sind wir essentiell wirklich irgendeine Form, die erscheint und wieder verschwindet? Oder entspricht die menschliche Essenz der Dimension der formlosen Wirklichkeit, die zeitlos, unendlich und unermesslich ist? Wenn dem so ist, dann stellt sich die sehr bedeutsame Frage, wie können wir jetzt schon, solange wir noch mit einer Form synchron geschaltet sind, Zugang zu dieser unserer Essenz bekommen? Der Antwort auf diese Frage kann mithilfe meiner anderen Aufsätze nachgegangen werden.

Altshausen, den 01. Juni 2017

Oswald Horn